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Pressemitteilung vom 10.08.2009
Landkreis Cloppenburg – Die Drogenberatungsstelle „DROBS – Cloppenburg“ startet in diesem Sommer ein dreijähriges Modellprojekt, um drogenabhängigen Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu den bestehenden Hilfesystemen zu erleichtern. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Fachhochschule Oldenburg, Ostfriesland, Wilhelmshaven. Das von der DROBS und der Fachhochschule gemeinsam erarbeitete Konzept wurde in einem Ausschreibungsverfahren vom Bundesministerium für Gesundheit als eines von sechs Modellprojekten bundesweit ausgewählt. Finanziert wird das Projekt durch Bundesmittel in Höhe von ca. 450.000,00 €. Die Mittel werden insbesondere zur Finanzierung von zusätzlichen Mitarbeitern in der DROBS verwendet, die befristet projektbezogene Aufgaben der praktischen Umsetzung übernehmen sollen. Das Modellprojekt basiert auf der Erfahrung, dass Menschen mit Migrationshintergrund die vorhandenen Suchthilfeangebote wie die DROBS seltener und später in Anspruch nehmen als Menschen, die in Deutschland geboren wurden. Dies führt zu unterschiedlichen Suchtverläufen. Gegenüber den in Deutschland Geborenen weisen Migrantinnen und Migranten - im Landkreis Cloppenburg primär Menschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion - vermehrt Begleiterkrankungen und Therapieabbrüche auf. Diverse Maßnahmen sollen den Betroffenen helfen, diese Situation zu verbessern. Im Modellprojekt sollen neue Wege der Information und Ansprache implementiert und die Übertragbarkeit auf die Regelversorgung überprüft werden. Die Palette reicht von Hinweisen auf Hilfsangebote durch Informationsveranstaltungen bis zum Aufbau von Netzwerken und zur Etablierung eines frühzeitigen Fallmanagements. Auf diese Weise soll ein bedarfsgerechter und möglichst problemloser Zugang zu den Suchthilfesystemen geschaffen werden. Zur Umsetzung eines solchen Projektes bietet der Landkreis Cloppenburg besonders günstige Voraussetzungen. „Hier existieren bereits vorbildliche Kooperationen innerhalb eines migrantenspezifischen Netzwerkes“, stellt Landrat Hans Eveslage fest. Der Landkreis Cloppenburg unterstütze diese Zusammenarbeit, z.B. durch das „Netzwerk für Integration“ und durch die Entwicklung eines „Leitbildes Integration“. An dem Modellprojekt sei der Landkreis indirekt beteiligt, da er die Fachstelle für Sucht- und Suchtprävention DROBS-Cloppenburg mitfinanziere. Geschäftsführer Johannes Harwardt und Projektleiter Michael Koletzki von der DROBS betonten ebenfalls, dass die DROBS-Cloppenburg gezielt als Träger ausgewählt worden sei, weil hier bereits Strukturen vorhanden seien, auf die aufgebaut werden könne. Es sollten neue Methoden erarbeitet werden, um drogenabhängige Menschen frühzeitig an das Drogenhilfesystem heranzuführen. Besondere Zielgruppen seien junge Frauen und Therapieabbrecher. FH-Vizepräsident Prof. Dr. Manfred Weisensee wertet den Zuschlag für das Modellprojekt als Beleg für das hohe Niveau angewandter Forschung an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfries-land/Wilhelmshaven.“ Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch den Fachbereich „Soziale Arbeit und Gesundheit“ unter Leitung von Prof. Dr. Knut Tielking.
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Im Kreishaus Cloppenburg wurde das Modellprojekt „Zugang zum Suchthilfesystem für Menschen mit Migrationshintergrund vorgestellt. Von links: Landrat Hans Eveslage, Maria Shestakova (DROBS), Prof. Dr. Knut Tielking (FH OOWW), Prof. Dr. Manfred Weisensee (Vizepräsident FH OOW), Johannes Harwardt (DROBS), Henning Fietz (FH OOW) und Michael Koletzki (DROBS)
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