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Influenza in Mexiko und den USA
Ende April meldeten Mexiko und die USA auffällige Grippeerkrankungen bei Menschen, in deren Folge es in Mexiko auch zu Todesfällen kam. Es wurde eine Infektion mit Influenza A Virus vom Subtyp H1N1 festgestellt, das Ähnlichkeiten mit bei Schweinen vorkommenden Influenzaviren aufweist. Weitere Analysen des Virus ergaben, dass es sich jedoch um einen neuen Erreger handelt, der bei Schweinen noch nie festgestellt wurde. Vielmehr weist das Virusgenom Teile der Erbinformation von Influenzaviren des Typs A vom Schwein, vom Menschen und auch von Vögeln auf. Dass Schweine als "Mischgefäß" verschiedener Influenzaviren fungieren können, ist bekannt. In diesem Fall handelt es sich also nicht um einen Erreger, der direkt vom Schwein auf den Menschen übertragen wird, sondern um eine von Mensch zu Mensch übertragene humane Influenzainfektion. Der Begriff "Schweinegrippe" ist demnach irreführend.
Influenza beim Schwein
Die Symptome einer Influenza bei Schweinen können plötzliches Einsetzen von Fieber, Depression, Husten ("Bellen"), Ausfluss aus Nase und/oder Augen, Niesen, Atembeschwerden, Augenrötung oder Entzündung und verringerte oder keine Nahrungsaufnahme sein.
Krankheitsausbrüche bei Schweinen treten hauptsächlich in den kälteren Jahreszeiten (Ende Herbst und Winter) auf. Auch das Einbringen von infizierten Tieren in nicht geimpfte Bestände führt zu Ausbrüchen. Gegen die Schweineinfluenza wird intensiv geimpft.
Influenzaviren des Subtyps A/H1N1 zirkulieren mindestens seit 1930 in Schweinen. Ein weiterer Subtyp, A/H3N2, wurde 1998 erstmals bei Schweinen nachgewiesen. Es wurde ursprünglich durch Menschen auf Schweine übertragen. Die gegenwärtig bei Schweinen vorkommenden Influenzaviren des Subtyps A/H3N2 sind eng mit den humanen A/H3N2 Viren verwandt.
Humaninfektionen
Humane Infektionen mit den bei Schweinen vorkommenden Influenzaviren A/H1N1 sind sehr selten. Die in Mexiko und den USA aufgetretenen Infektionen hängen nach Informationen der betroffenen Länder nicht unmittelbar mit dem Kontakt zu infizierten Schweinen zusammen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gab bekannt, dass es sich um ein neues Influenza A H1N1 Virus handelt, das bisher weder bei Menschen noch beim Schwein festgestellt wurde. Das Virus kann bereits vor einiger Zeit auf den Menschen übergegangen sein und sich dann so verändert haben, dass es von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Informationen zu Humaninfektionen sind beim Robert Koch-Institut (siehe Linkliste) abrufbar.
Impfung und Behandlung
Für Menschen gibt es noch keinen Impfstoff, der spezifisch gegen eine Infektion mit diesen Erregern schützt. Ob nach Infektion mit beim Menschen zirkulierenden H1N1-Viren oder nach Impfung mit Impfstoffen, die diese Viren in abgetöteter Form enthalten, zumindest eine teilweise Immunität auch gegen diesen neuen Erreger erzeugt werden kann, ist derzeit unklar. Eine medikamentöse Behandlung ist mit handelsüblichen Virusstatika (Tamiflu oder Relenza) möglich.
Da eine Gefährdung durch den Reiseverkehr nicht auszuschließen ist, werden die Gesundheitsbehörden die Entwicklung aufmerksam im Auge behalten.
Weitere Informationen
Auf unserer Linkliste finden Sie unter Informationen zur Neuen Grippe ab sofort alle Fachinformationen und Vordrucke für Bürger und medizinisches Personal
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